20.05.2012
 
 
 

Verleihung des Goldenen Ehrenrings an Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI.:„Castel Gandolfo ist bayerisch geworden“
Verleihung des Goldenen Ehrenrings des Landkreises Traunstein an den Papst

Ein einmaliges Erlebnis dürfte für alle Teilnehmer die Sonderaudienz im Päpstlichen Sommerpalast in Castel Gandolfo gewesen sein. Der Kreistag Traunstein verlieh im Dezember 2010 einstimmig die höchste Auszeichnung des Landkreises an Papst Benedikt XVI.

Fast 300 Personen aus dem Chiemgau beteiligten sich an dem Festakt der Übergabe an den Papst am letzen Samstag im Juli.

Der Festzug formierte sich schon am Parkplatz und mit flotten Marschklängen der Trachtenmusik Inzing-Törring (aus der Stadt Tittmoning), die Schnalzergruppe der Trachtenvereine D´Mühlberger Waging und D´Untersurtaler Schönram aus dem Rupertiwinkel, eine Ehrenformation der Gebirgsschützen aus Traunstein und die Vertretung der Bayerischen Trachtenvereine, mit Gauvorstand Peter Eicher und dem Vorsitzenden der Bayerischen Trachtenvereine, Otto Dufter, gefolgt von vielen Trachtlern aus dem gesamten Chiemgau. Die Ehrengäste mit Landrat Hermann Steinmaßl, Landtagspräsident a. D. Alois Glück und Peter Gauweiler aus dem Bundestag waren im Festzug ebenso vertreten wie die Bürgermeister der Landkreisgemeinden, die Kreisräte und Vertreter des Klerus.

Die Bewohner von Castel Gandolfo erlebten zum ersten Mal einen solchen Auftritt aus Bayern und waren begeistert. Die Goaßl-Schnalzer ließen es auf dem Marktplatz sauber krachen. Selbst die Polizei war etwas verwirrt, aber die Angestellten des Palastes ließen sich das Schauspiel nicht entgehen. Nach einigen Musikstücken auf dem Marktplatz marschierten die Trachtler und die übrigen Teilnehmer mit Musik in den Innenhof des Palastes.

Mit dem Bayerischen Defiliermarsch wurde Papst Benedikt begrüßt. Landrat Hermann Steinmaßl betonte in seiner Laudatio: „die Heimat, der Chiemgau und der Rupertiwinkel kommt heute zu ihrem bedeutendsten Sohn“. Er erinnerte an die Stationen des Papstes im Landkreis – in Tittmoning, dem „Traumland ihrer Kindheit“, in Hufschlag „das Paradies wie Sie es sich nicht schöner träumen könnten, und in Traunstein, der Vaterstadt mit dem Studienseminar, dem Chiemgau-Gymnasium und der Primiz am 8. Juli 1951 zusammen mit ihrem Bruder Georg.

„Aber wir haben auch lebendige Heimat mitgebracht“ – die Musikkapelle, die Gebirgsschützen, die Trachtler und die Goaßl-Schnalzer. Als universaler Hirte sei der Papst auf der ganzen Welt daheim, sagte Steinmaßlo. Der Ehrenring solle stets daran erinnern, das Heimat dort ist, „wo Sie als Mensch zuhause sind. Dort steht man zu Ihnen, dort sind Sie herzlich willkommen“

Papst Benedikt XVI. nahm freudig den Ehrenring an und steckte sich diesen an und sagte in seiner Ansprache:

„Sie haben ein Bild unserer Heimat entworfen und zugleich die Verbundenheit mit mir bekräftigt und es ist für mich eine große Freude dass einstimmig, über alle Parteien hinweg, über alle Unterschiede die es rechtmäβigerweise gibt, hinweg, dieser Ehrenring mir zugesprochen worden ist, für mich ein Zeichen, dass ich wirklich bei Euch zu Hause bin, dass wir uns gegenseitig annehmen und dass ich weiterhin zu Euch gehöre. Ich bin glücklich und dankbar über meine schöne Heimat und über diesen wundervollen Abend den Sie mir schenken: Vergelt’s Gott!“

Der Ehrenring werde zwar vielleicht an seinem Finger nicht sichtbar sein, aber er werde einen solchen Platz bekommen, dass er ihn immer vor Augen habe, so der Papst weiter.

„Der Ehrenring sagt mir, was im Innersten meines Herzens ohnedies gegenwärtig ist: Dort bin ich zu Hause, im Chiemgau, im Rupertiwinkel, an den Orten meiner Jugend die Sie aufgezählt haben. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass Sie nun die Freude und die Schönheit der bayrischen Kultur mich einen Augenblick haben erleben lassen.“

Der Papst erinnerte dann an die christlichen Wurzeln Bayerns.

„Ohne die Kirchen, die Wegkreuze, die Bildstöcke – lieber Herr Landrat, Sie haben es erwähnt – wäre Bayern nicht Bayern; ohne die Musik, die da ist, ohne die Poesie, ohne die Gemütlichkeit und Herzlichkeit und die Fröhlichkeit, die wir soeben gespürt haben … Fröhlichkeit, Herzlichkeit, Güte können aber nur dann gedeihen, wenn der Himmel über uns offen ist.“

Der zehnjährige Trachtler Anton Gillitz aus Siegsdorf überbrachte dem Hl. Vater eine Kerze.

Die aktiven Buam und Dirndl aus dem Gauverband 1 zeigten im Rahmen des Festakts das „Mühlradl“ und die Baum plattelten zur Freude des Papstes sauber auf.

Dazu kam noch ein Auftritt einer Kinder- und Jugendgruppe vom Überseer Trachtenverein, die bei Rom ihre Patenstadt besuchten. Musikalisch spielte bei den Auftritten der Auer Hansl mit Begleitung.

Und nach dem Apostolischen Segen fügte er noch an:

„Vergelt’s Gott noch mal und schone Zeit hier in Castel Gandolfo! Grüsst Bayern von mir!“ Zum Abschluß wurden alle 3 Strophen der Bayern-Hymne gesungen.

Mit klingendem Spiel ging es nach der Audienz wieder auf den Marktplatz zurück zu einem geselligen Umtrunk.

Der Sekretär des Papstes, Mons. Gänswein sagte zu Hans Wembacher, dem Organisator der Reise, der Palast habe zwar dicke Mauern, aber die Musik und die Schnalzer konnte man bestens in jedem Raum schon vor der Audienz vernehmen.

Und der zweite Mann des Päpstlichen Hauses, Mons. Sapienza, sagte nur „Grandioso“.

In der gleichen Formation wie beim Festzug marschierten die Teilnehmer bis zu den Bussen.

Der Bayerische Rundfunk, mit Fernsehteams und Hörfunkt, zahlreiche Journalisten aus dem Landkreis und aus Italien berichteten über diese einmalige Sonderaudienz.

Der Abend klang mit einem gemeinsamen Essen im Hotel in Rom mit Musik der Ziachspieler und Musikanten lange nach Mitternacht aus.

Die Trachtler waren bereits am Freitagmorgen gestartet. Am Abend erwartete sie noch eine Stadtrundfahrt mit Circus Maximus, Tiberinsel, Kolosseum, Nationaldenkmal. Abends ging es noch in eine nahegelegene Pizzeria.

Am Samstagvormittag wurde die Kuppel von St. Peter, die Peterskirche, die Altstadt von der Piazza Navona, bis zum Trevibrunnen und der Spanischen Treppe besucht. Am Sonntagmorgen gings mit den Bussen wieder zurück und der Abschluß war der Besuch bei einem Weinbauern in Südtirol. Begeistert von den Erlebnissen erreichten die Teilnehmer den Chiemgau. Zur Bildergalerie
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