Verleihung des Goldenen Ehrenrings an Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI.:„Castel Gandolfo ist bayerisch geworden“
Verleihung des Goldenen Ehrenrings des Landkreises Traunstein an den Papst
Ein einmaliges Erlebnis dürfte für alle Teilnehmer
die Sonderaudienz im Päpstlichen Sommerpalast in Castel Gandolfo gewesen sein. Der
Kreistag Traunstein verlieh im Dezember 2010 einstimmig die höchste Auszeichnung des
Landkreises an Papst Benedikt XVI.
Fast 300 Personen aus dem Chiemgau beteiligten sich
an dem Festakt der Übergabe an den Papst am letzen Samstag im Juli.
Der Festzug formierte sich schon am Parkplatz und mit
flotten Marschklängen der Trachtenmusik Inzing-Törring (aus der Stadt
Tittmoning), die Schnalzergruppe der Trachtenvereine D´Mühlberger Waging und
D´Untersurtaler Schönram aus dem Rupertiwinkel, eine Ehrenformation der
Gebirgsschützen aus Traunstein und die Vertretung der Bayerischen Trachtenvereine, mit
Gauvorstand Peter Eicher und dem Vorsitzenden der Bayerischen Trachtenvereine,
Otto Dufter, gefolgt von vielen Trachtlern aus dem gesamten Chiemgau. Die Ehrengäste
mit Landrat Hermann Steinmaßl, Landtagspräsident a. D. Alois Glück und
Peter Gauweiler aus dem Bundestag waren im Festzug ebenso vertreten wie die
Bürgermeister der Landkreisgemeinden, die Kreisräte und Vertreter des
Klerus.
Die Bewohner von Castel Gandolfo erlebten zum ersten
Mal einen solchen Auftritt aus Bayern und waren begeistert. Die Goaßl-Schnalzer
ließen es auf dem Marktplatz sauber krachen. Selbst die Polizei war etwas
verwirrt, aber die Angestellten des Palastes ließen sich das Schauspiel nicht entgehen. Nach
einigen Musikstücken auf dem Marktplatz marschierten die Trachtler und die übrigen
Teilnehmer mit Musik in den Innenhof des Palastes.
Mit dem Bayerischen Defiliermarsch wurde Papst
Benedikt begrüßt. Landrat Hermann Steinmaßl betonte in seiner Laudatio:
„die Heimat, der Chiemgau und der Rupertiwinkel kommt heute zu ihrem bedeutendsten
Sohn“. Er erinnerte an die Stationen des Papstes im Landkreis – in Tittmoning, dem „Traumland
ihrer Kindheit“, in Hufschlag „das Paradies wie Sie es sich nicht schöner träumen könnten, und in Traunstein, der Vaterstadt mit dem Studienseminar, dem Chiemgau-Gymnasium und
der Primiz am 8. Juli 1951 zusammen mit ihrem Bruder Georg.
„Aber wir haben auch lebendige Heimat mitgebracht“ –
die Musikkapelle, die Gebirgsschützen, die Trachtler und die Goaßl-Schnalzer. Als universaler
Hirte sei der Papst auf der ganzen Welt daheim, sagte Steinmaßlo. Der Ehrenring solle stets daran
erinnern, das Heimat dort ist, „wo Sie als Mensch zuhause sind. Dort steht man zu Ihnen, dort
sind Sie herzlich willkommen“
Papst Benedikt XVI. nahm freudig den Ehrenring an und
steckte sich diesen an und sagte in seiner Ansprache:
„Sie haben
ein Bild unserer Heimat entworfen und zugleich die Verbundenheit mit mir
bekräftigt und es ist für mich eine große Freude dass einstimmig, über alle
Parteien hinweg, über alle Unterschiede die es rechtmäβigerweise gibt, hinweg,
dieser Ehrenring mir zugesprochen worden ist, für mich ein Zeichen, dass ich
wirklich bei Euch zu Hause bin, dass wir uns gegenseitig annehmen und dass ich
weiterhin zu Euch gehöre. Ich bin glücklich und dankbar über meine schöne
Heimat und über diesen wundervollen Abend den Sie mir schenken: Vergelt’s
Gott!“
Der
Ehrenring werde zwar vielleicht an seinem Finger nicht sichtbar sein, aber er
werde einen solchen Platz bekommen, dass er ihn immer vor Augen habe, so der
Papst weiter.
„Der
Ehrenring sagt mir, was im Innersten meines Herzens ohnedies gegenwärtig ist:
Dort bin ich zu Hause, im Chiemgau, im Rupertiwinkel, an den Orten meiner
Jugend die Sie aufgezählt haben. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass Sie nun
die Freude und die Schönheit der bayrischen Kultur mich einen Augenblick haben
erleben lassen.“
Der Papst
erinnerte dann an die christlichen Wurzeln Bayerns.
„Ohne die
Kirchen, die Wegkreuze, die Bildstöcke – lieber Herr Landrat, Sie haben es
erwähnt – wäre Bayern nicht Bayern; ohne die Musik, die da ist, ohne die Poesie,
ohne die Gemütlichkeit und Herzlichkeit und die Fröhlichkeit, die wir soeben
gespürt haben … Fröhlichkeit, Herzlichkeit, Güte können aber nur dann gedeihen,
wenn der Himmel über uns offen ist.“
Der zehnjährige Trachtler Anton Gillitz aus Siegsdorf überbrachte dem
Hl. Vater eine Kerze.
Die aktiven Buam und Dirndl aus dem Gauverband 1 zeigten im Rahmen des
Festakts das „Mühlradl“ und die Baum plattelten zur Freude des Papstes sauber
auf.
Dazu kam noch ein Auftritt einer Kinder- und Jugendgruppe vom Überseer
Trachtenverein, die bei Rom ihre Patenstadt besuchten. Musikalisch spielte bei den Auftritten
der Auer Hansl mit Begleitung.
Und nach
dem Apostolischen Segen fügte er noch an:
„Vergelt’s
Gott noch mal und schone Zeit hier in Castel Gandolfo! Grüsst Bayern von mir!“ Zum Abschluß wurden alle 3 Strophen der Bayern-Hymne gesungen.
Mit klingendem Spiel ging es nach der Audienz wieder auf den Marktplatz
zurück zu einem geselligen Umtrunk.
Der Sekretär des Papstes, Mons. Gänswein sagte zu Hans Wembacher, dem
Organisator der Reise, der Palast habe zwar dicke Mauern, aber die Musik und die
Schnalzer konnte man bestens in jedem Raum schon vor der Audienz vernehmen.
Und der zweite Mann des Päpstlichen Hauses, Mons. Sapienza, sagte nur
„Grandioso“.
In der gleichen Formation wie beim Festzug marschierten die Teilnehmer
bis zu den Bussen.
Der Bayerische Rundfunk, mit Fernsehteams und Hörfunkt, zahlreiche
Journalisten aus dem Landkreis und aus Italien berichteten über diese einmalige
Sonderaudienz.
Der Abend klang mit einem gemeinsamen Essen im Hotel in Rom mit Musik
der Ziachspieler und Musikanten lange nach Mitternacht aus.
Die Trachtler waren bereits am Freitagmorgen gestartet. Am Abend
erwartete sie noch eine Stadtrundfahrt mit Circus Maximus, Tiberinsel, Kolosseum, Nationaldenkmal. Abends ging es noch in eine nahegelegene Pizzeria.
Am Samstagvormittag wurde die Kuppel von St. Peter, die Peterskirche,
die Altstadt von der Piazza Navona, bis zum Trevibrunnen und der Spanischen Treppe
besucht. Am Sonntagmorgen gings mit den Bussen wieder zurück und der Abschluß
war der Besuch bei einem Weinbauern in Südtirol. Begeistert von den Erlebnissen
erreichten die Teilnehmer den Chiemgau.
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